Fichtelberg Schwebebahn

Beschneiung am Fichtelberg

Entstehung von maschinell erzeugtem Schnee

Das technische Verfahren zur Erzeugung von maschinell hergestelltem Schnee ahmt die natürliche Entstehung nach, bei der kleine Wassertropfen gefrieren und so die Form von Schneekristallen annehmen.

Speziell in Oberwiesenthal kommt das hierfür benötigte Wasser aus einem eigens dafür angelegten Speichersee. Dieser Speichersee hat ein Fassungsvermögen von ca. 50.000 m³, welche für die Grundbeschneiung der dafür vorgesehenen Abfahrten auch ohne Naturschnee ausreicht. Dieser See wird über einen natürlichen Bachlauf gespeist.

Wie auch bei der Entstehung von natürlichen Schnee werden zwei Medien, Luft und Wasser, benötigt. Das Fallen durch kalte Luftschichten entzieht dem Wassertropfen die restliche Wärme, so dass dieser abkühlt und dabei kristallisiert. Für die Erzeugung von technisch hergestelltem Schnee, oft auch Kunstschnee genannt, kommen meist zwei verschieden aufgebaute Schneeerzeuger zur Anwendung. Einmal die Niederdruck-Propellerkanone und die Hochdruck-Schneilanze. Die Niederdruck-Propellerkanone wird mit Strom, (18 -24 kW), und Wasser, (10 -40 bar), versorgt. Durch die Düsen wird das Wasser versprüht und trifft auf die kalte Winterluft. Außerdem wird zusätzlich durch einen eingebauten Kompressor Druckluft erzeugt und zugleich mit dem Wasser versprüht. Dadurch wird wie bei der Entstehung von Naturschnee, dem Wasser die restliche Wärme entzogen und die Tropfen kristallisieren. Mit dem eingebauten Ventilator/Propeller wird der Schnee noch  bis zu 100 m über der Piste verteilt. Je nach Witterungsbedingungen kann die Größe der Wassertropfen angepasst werden, damit ein möglichst optimales Schneeergebnis erzielt wird. Bei einer niedrigen Luftfeuchtigkeit, ca. 30 %, kann dieses Verfahren schon bei 0,0 °C angewendet werden, bei 80% Luftfeuchte sind – 4 °C notwendig. Der zweite meist verwendete Schneeerzeuger ist die  Hochdruck-Schneilanze. Hierbei ist das Prinzip der Schneeentstehung gleich wie bei der Niederdruck-Propellerkanone. Nur das in den meisten Fällen die Schneilanzen von Zentralluft versorgt werden, so dass kein Stromanschluss benötigt wird. Die  Hochdruck-Schneilanzen werden mit 10 – 60 bar Wasserdruck und 8- 10 bar Luftdruck betrieben. Luft und Wasser wird dann aus zentralen Stationen zu den einzelnen Entnahmestellen verteilt. Das verteilte Wasser durchläuft in der Pumpstation mehere Filteranlagen und hat an der Entnahmestelle Trinkwasserqualität.

Im Kurort Oberwiesenthal kommen beide Schneeerzeuger zur Anwendung. Die Niederdruck-Propellerkanonen haben einen höheren Geräuschpegel gegen über den Schneilanzen, so dass sie nicht überall zum Einsatz kommen. Von ca. 35 Hektar Pistenfläche können annähernd 75 % beschneit werden. Hierbei werden 128  stationäre Schneilanzen und 13 mobile Propellerkanonen verwendet. Mittels PC wird die Anlage vom Leitstand aus gesteuert und überwacht. Die Gesamtanschlussleistung beträgt 1,50 Megawatt.

Aus 1,0 m³ Wasser entstehen ca. 2,5 m³ Schnee. Über 4 Hochdruckpumpen werden bei voller Auslastung 440 m³/h Wasser zu Schnee umgewandelt. Das entspricht 0,3 m³ Schnee in der Sekunde. In 113 Stunden kann ausreichend Schnee produziert werden, so dass alle beschneiten Abfahrten mit einer Schneedecke von 30 cm präpariert werden können.

Der große Vorteil von Maschinenschnee ist, dass seine Beschaffenheit nahezu immer gleich ist. Naturschnee hingegen kann je nach Wassergehalt sehr pulverig trocken oder  sehr pappig nass sein. Kunstschneepisten sind grundsätzlich härter als Naturschneepisten. Das liegt an der höheren Dichte des Maschinenschnees. Naturschnee hat eine hexagonale Form, wogegen Kunstschnee nur ein Korn ist. Die Dichte des Maschinenschnees ist doppelt so hoch wie die des Naturschnees. Während ein Kubikmeter Naturschnee bis zu 400 kg schwer sein kann, wiegt dieselbe Menge Kunstschnee bis zu 800 kg. Durch die komprimierte Form eines Korns taut Kunstschnee im Gegensatz zu Naturschnee deutlich langsamer ab. Aus diesem Grund kann eine Kunstschneepiste durch die tägliche Glättung und Festigung mittels Pistenraupen auch nach mehreren Tagen Tauwetter für den Skibetrieb erhalten bleiben.

Beschneiungsanlagen dienen zur Sicherung einer kontinuierlichen Wintersaison, um Ausfälle bei Tauperioden zu vermeiden.  In Oberwiesenthal wird frühestens Mitte November mit der Grundbeschneiung begonnen. Im Dezember und Januar werden Schneiperioden zum Anlegen von gewissen Depotvorräten und Beschneiung von Problemzonen genutzt.Im Februar wird nur noch bei schlechten Pistenverhältnissen geschneit, um die Saison bis Anfang April zu sichern.

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